(Hier einmal die Ergebnisse einer kleinen Schreibübung, die ich gemacht habe. Es sind drei ‘Gedichte’, wobei es sich eigentlich nur um ein paar dahingeworfene Zeilen handelt. Als ich sie nochmal gelesen hab, haben sie mir aber ganz gut gefallen – gut genug für einen eigenen Post.)
Nr. 1
Ich bin es leid alles verstehen zu müssen, alles zu hinterfragen, zu tolerieren und durch fremde Augen zu schauen, um die Wahrheit in allem zu erkennen, aber doch selbst nicht auf einen grünen Zweig zu kommen.
Ich bin es leid mich zu quälen, mich zu wälzen und zu drehen, mir die Meinungen durch den Kopf zu jagen, damit ich dann sagen kann „Ja, ich verstehe“.
Ich bin es leid zu tolerieren, zu akzeptieren, zu hinterfragen und nachzudenken, damit ich besser bin.
Ich bin es leid durch fremde Augen zu blicken, Standtpunkte nachzuvollziehen, die Wahrheit in allem erkennen zu müssen, mich damit zu quälen, ohne selbst etwas zu haben.
Ich bin es leid, es leid zu sein, zu ertragen, es über mich ergehen zu lassen, hinzunehmen, wegzustecken, anzuerkennen, zu nicken, zuzustimmen, einzuräumen, zu diskutieren, zu verifzieren, Recht zu geben, die Perspektive zu wechseln, ohne selber eine haben zu dürfen.
Nr. 2
Es ist eine Nachtigal, ein Mondschein, eine Obsession in dieser Sommernacht, in der Wärme der Abendstunde, die mir den Atem raubt.
Es ist eine Schande, ein Verbrechen, eine Untat, ein Vergehen, das zum Himmel stinkt.
Es ist ganz, ein Hauch von Erregung in ihr, der meine Fantasie beflügelt.
Es ist eine offene Wunde, ein Kopfschuss, eineschrei, der meinen Schmerz lindert.
Es ist ein Nichts, Leere, ein gähnender Abgrund, die kalte Unendlichkeit des Werieren lässt.
Nr. 3
Ich habe Talent, aber wenig Disziplin, Ruhm, aber keinen Gesang, Menschen, aber keine Menschlichkeit. Ich habe einen Kopf, aber keinen Verstand, Gedanken, aber keine Ideenber keine Potenz.
Ich habe Glück, aber keinen Verstand, Geld, aber keine Freunde, mich, aber niemanden sonst.